Die Geschichte des BSV Bielstein




I. Mannschaft aus dem Gründungsjahr:
Obere Reihe von links: Oskar Hartmann, Willi Volk, Emil Dreibholz, Willi Klein
Mittlere Reihe: Erich Graßmann, Otto Herhaus, Hugo Bubenzer
Untere Reihe: Otto Krämer, Walter Kritzler, Karl Palmenstrom


Kaum wieder daheim, da sollte auch hier das Ballspiel nicht an den Nagel gehängt
werden. Aus alten Lumpen wurde mit Bindfaden ein Ding wie ein Fußball zusammengenäht,
und hinter einem Wohnhaus in Linden auf der Wiese wurde mit Karl Lang und Ernst
Solbach fleißig geübt und trainiert. Man sparte fleißig, und bald konnte ein
richtiger Fußball gekauft werden. Nun ging es erst richtig los. Doch der Platz
auf der Wiese war bei weitem nicht groß genug, zumal am Hause Hartmann mehrmals
die Fensterscheiben zu Bruch gingen. Man scheute nicht den Weg zum Sportplatz in Bielstein.

Bald gesellten sich die Seminaristen Hugo Bubenzer, Börnhausen, Otto Krämer, Wald,
und Heinrich Bauer, Marienberghausen, und Wilhelm Klein, Börnhausen, sowie
Willi Volk, Bielstein-Unterbantenberg, Emil Dreibholz, Otto Herhaus, Bielstein,
Karl Palmenstrom, Hückhausen, Walter Kamphausen, Alperbrück, Walter Kritzler, Bielstein,
hinzu, und im Saale Pflitsch in Unterbantenberg fand wenig später die
erste Versammlung statt. Einstimmig wurde beschlossen, eine 1. Fußballmannschaft
zu gründen und vorerst Gesellschaftsspiele gegen Nachbarvereine auszutragen.

Zum 1. Vorsitzenden wählte man in dieser Versammlung Oskar Hartmann, Linden,
der auch die Geschäfte des Schriftführers mit übernahm. Das 1. Gesellschaftsspiel
wurde auf dem Sportplatz in Bielstein ausgetragen. Gegner war die erste Mannschaft
des SV Niederbierenbach, heute Homburg-Nümbrecht. Schon zur Halbzeit führte
unsere Elf mit 1: 0, und beim Schlußpfiff stand es 2:1 für "Viktoria" Bielstein.
Das war eine Freude und ein Ereignis. Auch für die Zuschauer, die sich damals
schon in großen Scharen um das Spielfeld versammelt hatten.

In einer Versammlung im Gasthof Pflitsch, die am Samstag, dem 22. August 1920,
stattfand, wurden Hugo Bubenzer und Wilhelm Klein beauftragt, nach Berleburg
zu fahren, um mit dem Freiherrn von Sayn-Wittgenstein-Berleburg zu verhandeln,
ob der Verein auf seinen blau-gelben Trikots das Wappen von "Homburg" tragen dürfe.
Voller Freude kehrten die beiden nach Bielstein zurück und verkündeten hier die
frohe Botschaft, daß Freiherr Fürst von Sayn-Wittgenstein-Berleburg mit Freuden
hierzu seine Genehmigung erteilt und auch einen namhaften Betrag zur Beschaffung
dieses Wappens zur Verfügung gestellt habe. Bald waren Wappen und Trikots, Hosen,
Strümpfe und Schuhe durch Geldspenden zusammen, so daß die 1. Mannschaft komplett
eingekleidet zu den Spielen antreten konnte. Da die 1. Mannschaft in einer langen
Reihe von Spielen stets Sieger blieb, stieg auch das Interesse der heimischen
Bevölkerung am Fußballsport. Es wurde ein Aufsichtsrat gewählt, der sich aus
den Mannen wie Wilhelm Rödder, Bielstein, Ernst Stoffel, Ernst Clemens, beide
Bielstein, Max Geier, Linden, Robert Hartmann, Bielstein, Walter Herhaus, Wilhelm
Schnuch und Karl Runkel, Mühlen, zusammensetzte. Inzwischen kamen immer mehr neue,
aktive Spieler, die dem Verein beitraten, so u.a. Jean Wirths aus Köln-Buchheim -
ihm wurde Arbeit bei der Fa. Kind & Co. in Bielstein beschafft, und er wohnte
bei Max Geier in Linden.

Georg Pyters kam aus Kleve und war bei der Deutschen
Reichsbahn in Osberghausen beschäftigt und wohnte zu dieser Zeit in Dörrenberg
bei Ründeroth. Nun konnte man sogar eine 2. Fußballelf zusammenstellen.
Es meldeten sich einige aus der 1. Elf in die 2. Mannschaft. So spielten von nun
an in der 1. Mannschaft folgende Spieler: Tor: Walter Kritzler, Verteidigung:
Otto Krämer und Karl Palmenstrom, Läuferreihe: LL Otto Herhaus, ML Fritz Wienand,
RL Emil Dreibholz, Sturm: RA Oskar Hartmann, HR Erwin Thiel, Mst. Walter Kamphausen,
HL Walter Thiel und LA Jean Wirths - Ersatz war Georg Pyters - der auch für
Jean Wirths einsprang, wenn dieser im Hammerwerk arbeiten mußte.