Kabinengespräch:Benjamin Gries: „Unser Verein hat eine starke Identität“

Benjamin Gries ist Spieler, Trainer und neuerdings auch noch Pressesprecher des Vereins. Im Gespräch mit Lars Mohring und Lukas Burkhardt erzählt Benjamin über die Wahrnehmung unseres Vereins, seine Vergangenheit sowie die Entwicklung in Bielstein. Außerdem schickt er eine nicht ganz ernst gemeinte Kampfansage an den Nachbarn aus Wiehl.

Benjamin Gries ist Spieler, Trainer und Pressesprecher des Vereins

Hallo Benni, wie geht's dir?
Sehr gut, danke der Nachfrage!

Das freut uns zu hören. Wir würden gerne ein Gespräch mit dir führen. Bist du damit einverstanden?
Klar, gerne!

Super, wir fangen mit einer leichten Frage an. Wie lange bist du nun schon in unserem Verein?
(überlegt) So leicht ist die Frage gar nicht. Ich verwechsle das leider immer wieder. Wenn man unserem Vorstand glauben möchte, bin ich im Dezember 2010 in den Verein gekommen. Im Dezember 2015 hatte ich jedenfalls mein fünfjähriges Jubiläum.

Was hast du davor gemacht?
Ich habe vorher natürlich auch schon Fußball gespielt und war insgesamt über 16 Jahre beim TuS bzw. FV Wiehl aktiv. Ich habe für damalige Verhältnisse wirklich extrem früh angefangen, Fußball zu spielen – ich glaube, ich war damals drei Jahre alt oder so. Davor war ich sogar noch kurz hier im Verein. Meine Mutter erzählte mir neulich, dass unser Geschäftsführer Alfred (Alfred Lindemann, Anm. d. Red.) für ein paar Wochen mein Trainer war, ehe meine Eltern dann entschieden, mich aufgrund der räumlichen Nähe in Wiehl anzumelden. In Wiehl habe ich schließlich von den Bambinis bis zur U19 alle Juniorenmannschaften durchlaufen. Am Ende war ich sogar kurz mal Trainer einer Juniorinnenmannschaft.

Wie gefiel es dir in Wiehl?
(überlegt) Man muss da sicherlich differenzieren: zwischen vierzehneinhalb schönen Jahren zu Beginn und anderthalb Jahren zum Schluss, die für mich persönlich nicht so schön waren. In diesem Zeitraum ist leider ziemlich viel schief gelaufen, was die vierzehneinhalb schönen Jahre leider überdeckt. Die Probleme fingen damit an, dass wir im zweiten Jahr in der U19 bereits keine gute Mannschaft mehr hatten. Nach einem katastrophalen Jahr mit vielen schlimmen Spielen war ich damals der einzige Jugendliche aus meinem Jahrgang, der in den Seniorenbereich gewechselt ist. Heute ist das eigentlich kaum vorstellbar. Ich sollte damals in der Zweiten spielen, habe mich dann aber gleich im ersten Training verletzt. Nachdem ich einige Wochen ausgesetzt hatte, habe ich mich beim ersten Training nach der Verletzung erneut verletzt. Als ich wiederkam und einige Trainingseinheiten verletzungsfrei und – aus meiner Sicht – auch ganz gut absolviert hatte, sprach der Trainer mit mir und bat mich, für ein Spiel bei der Dritten auszuhelfen. Ich stimmte natürlich zu, weil ich einfach Lust hatte, endlich wieder Fußball zu spielen. Leider gab es zu dieser Zeit ein paar Veränderungen, die manchmal zur Folge hatten, dass Absprachen zwischen den Trainern noch nicht so gut funktionierten. So hatte der damalige Trainer der Zweiten uns gegenüber kommuniziert, dass wir auf jeden Fall Spielpraxis kriegen würden. Der Trainer der Dritten wollte sich aber nicht reinreden lassen und setzte uns aus Trotz nicht ein. Es gab damals schließlich einen Streit zwischen dem Trainer der Zweiten und dem Trainer der Dritten, der – so hatte ich das Gefühl – auf meinem Rücken ausgetragen werden sollte. Nachdem ich mir das einige Wochen angesehen hatte, habe ich dann irgendwann beschlossen, den Verein zu verlassen. Das war für mich persönlich schon ein harter Schritt. Ich bin ansonsten nämlich ein sehr loyaler und treuer Mensch, der sich so etwas bis dato einfach nicht vorstellen konnte. Irgendwann bin ich dann über Paddy (Patrick Weßel, Anm. d. Red.), den ich von der Schule kannte, nach Bielstein gekommen. Ich erinnere mich heute noch sehr gut an mein erstes Training auf Asche und das darauffolgende Gespräch mit Stümmel (Klaus-Dieter Stenzel, Anm. d. Red.) im alten Vereinshaus.

Ich habe in den letzten fünfeinhalb Jahren unheimlich viele schöne Momente erlebt.

Benjamin Gries, über seine Zeit in Bielstein

Wie gefällt es dir in unserem Verein und in Bielstein?
Sehr gut. Ich habe in den letzten fünfeinhalb Jahren, die ich nun schon hier bin, unheimlich viele schöne Momente erlebt – menschlich wie sportlich. Ich durfte viele tolle Menschen kennenlernen, unter meinen bisherigen Trainern (Klaus-Dieter Stenzel, Thorsten Lenger, Dietmar Herhaus, Mohamed Imharraf, Ronnie Schmidt, Holger Schulte, Anm. d. Red.) viele interessante Dinge lernen und zahlreiche Projekte begleiten. Ich muss mir immer wieder verwundert die Augen reiben, was wir in den letzten Jahren alles erreicht haben, und freue mich darauf, was wir noch alles erreichen wollen. Ich denke, dass unsere derzeitige Entwicklung ein Produkt des großartigen Zusammenhalts in Bielstein ist.

Was gefällt dir nicht?
(überlegt) Puh, schwierig zu sagen. Ich mag Streit nicht besonders gerne – vor allem, wenn ich weiß, dass er aus vermeintlichen Lappalien resultiert. Mit falschen, ständig beleidigten Menschen kann ich ebenfalls wenig anfangen. Ich mag Menschen, die geradeaus diskutieren und fünf Minuten später entspannt nebeneinander stehen können. Etwas mehr Entspannung würde der Welt sowieso in vielen Bereichen gut tun. Ach ja: ich mag Menschen mit negativen Haltungen nicht. Ich werde ungemütlich, wenn ich merke, dass jemand ausschließlich negativ denkt und den Verein dadurch in Mitleidenschaft zieht.

Der Verein ist in den letzten fünf Jahren enorm gewachsen. Wie bewertest du die Entwicklung?
Am ersten Tag schuf Gott das Kunstrasenprojekt … (lacht) Mal ernsthaft: Wir haben in den letzten fünf Jahren zahlreiche Projekte losgetreten, denen wir uns immer mit einer unfassbaren Energie gewidmet haben bzw. aktuell noch widmen. Dabei stand das Kunstrasenprojekt sicherlich ganz oben auf der Agenda. Als ich hier angefangen hab, war es um den Verein nicht besonders gut bestellt. Das lag natürlich auch am Ascheplatz, auf dem ich persönlich immer noch sehr gerne gespielt habe. Leider galt das für die vielen Kinder und Jugendlichen, die damals bei uns gespielt haben, nicht – sie flüchteten in die umliegenden Vereine. Zwischenzeitlich konnten wir nur noch neun Mannschaften stellen und mussten in der Zeit tatsächlich um unsere Existenz bangen. Ich denke, wir haben es damals gerade noch rechtzeitig geschafft, die negative Entwicklung zu stoppen und die positive Entwicklung durch gute Arbeit im Hintergrund anzustoßen. Mit etwas Abstand vermute ich, dass ich mit der damaligen Überarbeitung unserer Internet- sowie der Kunstrasenprojektseite zumindest ein wenig dazu beitragen konnte, dass wir Fortschritte beim Kunstrasenprojekt machen konnten. Bis dato war das Projekt vielleicht ein wenig eingeschlafen. Mit der Überarbeitung entstand dann so etwas wie eine Aufbruchstimmung. Unser erster Vorsitzender Christof (Christof Fries, Anm. d. Red.) hat uns zu dieser Zeit alle mitgerissen – das war wirklich bewundernswert. Dass das Kunstrasenprojekt am Ende so schnell und trotzdem schuldenfrei realisiert werden konnte, ist sicherlich der große Verdienst von Christof – auch, wenn natürlich andere Mitglieder im Hintergrund ebenfalls daran mitgewirkt haben. Nicht zu vergessen ist dabei auch das neue Vereinshaus, in das vor allem Joschi, Arthur und Stefan (Jörg Große, Arthur Große und Stefan Kapp, Anm. d. Red.) unheimlich viel Zeit investiert haben. Meiner Meinung nach bilden diese beiden Projekte die Grundlage für die Entwicklung, die im Anschluss folgte: die Ehrenrunde, der Stützpunkt, der Trainerlehrgang, der neue Vorplatz, die Kreispokalfinale und ganz frisch auch die Vereinsheimtour. Ich denke, dass immer mehr neue Gesichter und insgesamt siebzehn Mannschaften als Beweis für diese tolle Entwicklung dienen. Ich bin allen Menschen persönlich dankbar, die das durch ihr Engagement möglich gemacht haben. Viele von ihnen sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Teil dieses Vereins und dieser Entwicklung zu sein, erfüllt mich immer wieder mit großem Stolz.

Wie bewertest du die Strukturen?
Unsere Entwicklung ist wie bereits erwähnt sehr positiv – vor allem im Hinblick darauf, dass inzwischen wieder viele Kinder und Jugendliche in Bielstein spielen. Dank unserer guten Arbeit sind wir in den letzten Monaten enorm gewachsen. Allerdings muss die Organisation und Struktur nun nachziehen und mit der rasanten Entwicklung mithalten. Wir haben fähige Mitglieder, die in der Lage sind, diese Entwicklung anzustoßen. Allerdings benötigen wir weitere Mitglieder, die sich engagieren und uns dabei unterstützen. Ich bin aber zuversichtlich, dass uns das gelingt.

Der Nachbar aus Wiehl ist für viele Oberberger sowohl im sportlichen als auch im infrastrukturellen Bereich das Nonplusultra im Oberbergischen. Kann unser Verein da überhaupt mithalten?
Die Frage ist, ob und wenn ja, in welchen Bereichen, man überhaupt mithalten will. Ich denke, beide Vereine verfolgen ganz unterschiedliche Ansätze. Während wir in Bielstein eigentlich jedes Kind und jeden Jugendlichen mitnehmen und den Spaß am Fußball vermitteln wollen, ist man in Wiehl eher auf Leistung und Erfolg fixiert. Im sportlichen Bereich sind uns die Wiehler sicherlich enteilt. Im infrastrukturellen Bereich dagegen stehen wir aus meiner Sicht mittlerweile auf einer ähnlichen Ebene. Ich persönlich bin sehr glücklich darüber, meinen Weg in Bielstein zu gehen.

Zu diesem Weg gehören auch die zahlreichen Projekte, die du in unserem Verein begleiten durftest. In vielen Bereichen giltst du sogar als Initiator von Projekten, bspw. bei der Redaktion. Wie bist du dazu gekommen? Wie bewertest du deren Entwicklung?
Ich habe im März 2011 die Betreuung der Internetseite und der Sozialen Medien von meinem Vorgänger Christopher (Christopher Pethe, Anm. d. Red.) übernommen. Ich habe damals sehr schnell gemerkt, wie viel Aufwand eigentlich hinter diesem Ehrenamt steckt. Aber erst mit dem Beginn meines Studiums habe ich darüber nachgedacht, wie man den Aufwand besser verteilen kann. Ich habe dann alle Aufgaben aufgeschrieben und geprüft, welche von ihnen ich abgeben kann. Erst dann habe ich mit den Jungs aus der damaligen U13 und U15 gesprochen, ob sie sich vielleicht vorstellen könnten, mich in verschiedenen Bereichen (Texte, Fotos, Videos und Soziale Medien, Anm. d. Red.) zu unterstützen. Gottseidank konnten sie das! (lacht) Wenig später stießen dann die Mädchen dazu. Ich würde zwar sagen, dass wir uns in vielen Bereichen immer noch in der Phase der Entwicklung befinden, aber es läuft schon vieles sehr gut. Die Jungs und Mädchen sind mir da wirklich eine große Hilfe. Als kleines Dankeschön treffen wir uns ungefähr einmal im Monat und reflektieren bei einem gemeinsamen Essen in lockerer Atmosphäre unsere Arbeit. Meiner Meinung nach haben wir im Umfeld des Vereins mittlerweile ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass viele Hände viel leisten können – das gilt auch für die Redaktion.

Wir waren schon immer ein Verein, der in der Gemeinschaft arbeiten musste, um zum Erfolg zu kommen.

Benjamin Gries, über die Identität des Vereins

Momentan hast du die Ausarbeitung unserer Identität auf deiner Agenda. Was hat es damit auf sich?
(überlegt) Ich glaube, dass es sehr entscheidend ist, innerhalb eines Raumes eine eigene Identität zu haben – als Individuum, aber auch als Verein. Ich finde es für unseren Verein beispielsweise sehr wichtig, dass die Kinder, Jugendlichen, aber auch die Eltern wissen, warum sie Mitglied in Bielstein werden wollen – und nicht nach Wiehl, Drabenderhöhe, Marienhagen oder Dieringhausen gehen wollen. Unser Verein hat nach meinen Erfahrungen eine sehr starke Identität – vielleicht sogar die stärkste Identität im näheren Umkreis. Dabei machen aus meiner Sicht viele Vereine den Fehler und entwickeln eine sogenannte Alibi-Identität. Neulich habe ich irgendwo vom „Löwen auf der Brust“ gelesen – das hat natürlich wenig mit einer Identität zu tun. Der Löwe ist das Maskottchen der Homburgischen Gemeinden und bei zahlreichen Vereinen im Oberbergischen Kreis auf der Brust. Identitäten müssen aus meiner Sicht einfach mehr leisten – sie müssen aus den inneren Werten des Vereins kommen. Um diese Werte zu erkennen, ist es oftmals hilfreich, durch schwierige Zeiten zu gehen – so, wie wir es vor einigen Jahren getan haben. Demnach waren wir schon immer ein Verein, der in der Gemeinschaft arbeiten musste, um zum Erfolg zu kommen. Dass wir außerdem richtig hart arbeiten können, haben wir in den letzten Jahren durch die Bewältigung einer Vielzahl von Projekten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Diese Identität müssen wir jetzt noch stärker herausarbeiten und dann ins Dorf und die Umgebung tragen. Das sehe ich als eine meiner wichtigsten Aufgaben in der nahen Zukunft an.

Zur Identität zählt auch unser Internetauftritt, der seit mehreren Jahren viel Lob erhält. Wie gefällt dir der neue Internetauftritt?
Ich habe ihn ja zusammen mit euch konzipiert. (lacht) Mal ernsthaft: Ich glaube, dass man ein kleines bisschen ausholen muss, um diese Frage zu beantworten. Als ich in den Verein kam, gab es bereits eine Internetseite. Christopher und Bastian (Christopher Pethe und Bastian Klees, Anm. d. Red.) hatten diese über einen langen Zeitraum betreut, wofür ihnen großer Respekt gebührt. Inhaltlich war die Seite wirklich gut, gestalterisch gab es sicherlich noch Potenzial. Deshalb habe ich die Internetseite im April 2012 das erste Mal komplett überarbeitet – damals noch alleine. Dabei ging es einfach darum, etwas mehr Modernität und Struktur hereinzubringen. Mit der Überarbeitung im Oktober 2015 sind wir etwas mehr in die Tiefe gegangen. Zwar haben wir auch hier gestalterisch aufgeräumt. Allerdings ging es uns mehr darum, die schon eben beschriebene Identität zu berücksichtigen und crossmedial zu kommunizieren. Das ist uns glaube ich ganz gut gelungen. Unsere Internetseite ist informativ und aktuell – das ist mir besonders wichtig.

Was sind deine Ziele für die Redaktion?
Wir wollen vor allem die Abläufe automatisieren. Außerdem möchten wir zukünftig mehr Videos drehen. Weitere Projekte sind in Planung – allerdings möchte ich dazu momentan noch nichts sagen.

Zurück zum Sportlichen: du warst über vier Jahre Trainer der U17 Mädchen. Vor einigen Wochen hast du aufgehört. Was sind die Gründe dafür?
Letztlich waren es zeitliche und gesundheitliche Gründe, die dazu geführt haben, dieses Amt niederzulegen. Ich habe einfach gemerkt, dass ich mit der Vielzahl an Aufgaben, mit denen ich bis dato betreut war, an persönliche Grenzen stoße. Neben den Aufgaben, die ich für den Verein übernehme, spiele ich selber noch Fußball und werde dort drei Mal die Woche gefordert. Daneben studiere und arbeite ich bis zu siebzig Stunden in der Woche. Dazu kommt meine eigene kleine Agentur, die ebenfalls viel Zeit frisst. Ich habe deshalb für mich entschieden, eine Pause einzulegen. Dennoch probiere ich bei so vielen Spielen wie möglich dabei zu sein und leite ab und an auch selber noch das Training, wenn Carsten (Carsten Fricke, Anm. d. Red.) mal nicht kann.

Wirst du im Sommer wieder eine Mannschaft übernehmen?
Das wäre zwar mein Wunsch – allerdings wird es vermutlich an den oben genannten Gründen scheitern. Es ist derzeit leider nicht absehbar, was im Sommer bei mir passiert.

Was macht dir als Trainer besonders viel Spaß?
Meiner Meinung nach nimmt man aus dem Umgang mit den Kindern und Jugendlichen unheimlich viel mit. Man entwickelt eine ausgereifte Persönlichkeit und bekommt die Möglichkeit, mit Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten und diese zu entwickeln. Für mich hat der Umgang mit den Persönlichkeiten außerdem einen großen Reiz ausgemacht.

Was macht dir als Trainer keinen Spaß?
Wenn ich merke, dass die Kinder und Jugendlichen beim Training nicht so richtig bei der Sache sind, kann ich schon mal schnell ungemütlich werden. Das sage ich dann auch so in aller Deutlichkeit. Allerdings kommt das nur relativ selten vor.

Auch als Spieler bist du für unseren Verein aktiv. In der Ersten agierst du regelmäßig auf der Sechs. Welche Positionen hast du außerdem bisher gespielt?
In Wiehl war ich immer ein Verteidiger, meistens auf der rechten Außenbahn. In der U17 habe ich dann mein erstes Spiel als Sechser gemacht. Das war allerdings so katastrophal, dass mich mein damaliger Trainer bereits in der Halbzeit ausgewechselt hat und ich danach zurück auf die rechte Außenbahn weichen musste. In Bielstein habe ich zunächst weiter auf der rechten Außenbahn gespielt – allerdings etwas offensiver. Über die Position als Manndecker kam ich dann irgendwann wieder zum Sechser – letztlich mit mehr Erfolg als noch in Wiehl.

An welche Spiele mit Wiehl gegen Bielstein erinnerst du dich?
Ich erinnere mich an ein Pokalspiel in der U17. Wir haben damals unter anderem gegen Paddy, Juri und Mucki (Patrick Weßel, Juri Bagherzadeh, Maurice Köser, Anm. d. Red.) gespielt und deutlich mit 8:1 gewonnen.

Meine Bilanz gegen Wiehl ist sehr positiv.

Benjamin Gries, freut sich auf den Homburger Sparkassen-Cup

An welche Spiele mit Bielstein gegen Wiehl erinnerst du dich?
Meine Bilanz gegen Wiehl ist sehr positiv. Bis heute habe ich im Bielsteiner Trikot noch keine einzige Niederlage gegen Wiehl erleben müssen. Jetzt kommt der Homburger Sparkassen-Cup. Die Wiehler können sich warm anziehen. (lacht)

Welche Erfolge hast du während deiner Kindheit gefeiert?
Wir hatten in Wiehl eigentlich immer eine sehr gute Truppe. Nichtsdestotrotz haben wir verhältnismäßig wenig gewonnen. Ich glaube mit der U13 bin ich einmal Meister geworden. Das eigentliche Highlight war aber definitiv das Jahr in der Mittelrheinliga, in der ich zwar insgesamt nur ein Spiel bestreiten durfte, aber im Training viel von meinem damaligen Trainer Sven (Sven Reuber, Anm. d. Red.) und meinen Mitspielern lernen durfte.

Welche negativen Erfahrungen hast du gemacht?
Ich wollte mal Torwart werden – da muss ich 10 Jahre alt gewesen sein. Ich hatte mir sogar schon Sachen im Katalog angeschaut, als mir ein Mitspieler mit seinem Mamutschuss die Hand gebrochen hat. Dadurch kam es nie zu einer Torwartkarriere. Es sollte wohl einfach nicht sein.

Wir kommen allmählich zum Schluss. Was hast du in naher Zukunft für Ziele? Wo siehst du dich persönlich in fünf Jahren? Wo siehst du dich beruflich in fünf Jahren?
Ich bin ein relativ zielloser Mensch, obwohl sich das in den letzten Jahren schon sehr gebessert hat. Grundsätzlich stehen Gesundheit, Zufriedenheit und Zusammenhalt bei mir über allem. Deshalb wünsche ich mir, dass wir alle zusammen – egal ob die Kinder, Jugendlichen oder Erwachsenen – gesund und zufrieden bleiben und weiterhin so großartig zusammenhalten wie bisher. Erst danach kommen für mich sportliche Ziele wie zum Beispiel der Aufstieg unserer Ersten dazu.
In fünf Jahren bin ich knackige 29 Jahre alt – also noch jung genug, um weiterhin als aktiver Fußballer zu agieren. Ich hoffe, dass meine Heimat dann weiterhin in Bielstein liegen wird. Beruflich muss ich mir in den kommenden Wochen Gedanken machen, in welche Richtung ich gehen möchte. Mein großer Wunsch ist es, einen Beruf zu finden, in dem ich ähnliche Aufgaben habe wie ich sie hier im Verein ausfülle – also beispielsweise als Designer in einer Agentur, die Kunden aus dem Sportbereich betreut.

Lieber Benjamin, wir bedanken uns für das interessante Gespräch und wünschen dir alles Gute und viel Erfolg bei allem, was du anpackst. Bleib' gesund!

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