Kabinengespräch:Stimmenfang beim Champions League Finale

Keine 48 Stunden sind es mehr, dann trifft der Rekordmeister FC Bayern München im Finale der Champions League Saison 2012/2013 auf Vorjahresmeister Borussia Dortmund. Das Endspiel ist keine normale Partie, es ist vor allem ein Duell zweier rivalisierender Mannschaften, die sich nicht erst seit dem Götze-Transfer nicht ausstehen können. Schon jetzt war unsere Redaktion unterwegs, um die Stimmen nach einer ehrfürchtigen Finalnacht einzufangen. Neben einem hyperventilierenden Jürgen Klopp traf man dabei auch auf Knastbruder Uli Hoeneß und Philipp Lahms Mutter.

JÜRGEN KLOPP …

  • … über das Spiel:
    „Im Spiel denken die Spieler ab und zu selbständig, und man sieht ja, was dabei raus kommt.“
  • … über die Situation, als er den vierten Offiziellen auffraß:
    „Das machen halt die Emotionen im positiven wie im negativen Sinne mit mir aus. Ich weiß selber, wie das aussieht und kann nachvollziehen, dass da eine Grenze überschritten ist. Wenn man mich nur ab und zu sieht und nicht kennt, dann kann das schon beängstigend wirken. (durchatmend) Mit mir als Mensch hat das relativ wenig zu tun. Aber ganz klar: Das war mein Ding, mein Fehler.“
     

MATTHIAS SAMMER …

  • … über sein angekratztes Image in Dortmund:
    „Wenn ich am Ende als Nummer eins vorne stehe, dann können mich die Leute auch Arschloch rufen!“
  • … über englisches Wetter:
    „Ich habe wahrscheinlich den höchsten Sonnenschuzfaktor von allen gebraucht.“
  • … über seine Schlägerei mit Jürgen Klopp:
    „Zwischendurch gab es ein paar Szenen, in denen die Emotionen hochgekocht sind, verbal und manchmal auch ein bisschen nah, trotzdem mit Respekt. Das kann ich zumindest von meiner Seite aus sagen. Generell soll man das alles nicht auf die Goldwaage legen. Wir haben uns emotional, aber mit Respekt die Meinung gesagt.“
     

ULI HOENESS …

  • … über das Spiel:
    „In der Halbzeit habe ich gedacht, wir werden höchstens Hausmeister.“
  • … über Steuern:
    „Ich weiß, dass das doof ist. Aber ich zahle volle Steuern. Wenn es um Geld geht, muss man (eben) auch mal zufrieden sein.“
  • … über seine Abwesenheit in Wembley:
    „Meinen Sie denn, wir haben einen Geldscheißer? Ich habe schlichtweg kein Geld für ein Flugticket organisieren können.“
     

KARL-HEINZ RUMMENIGGE …

  • … über Julian Schieber:
    „Das ist ein Spieler, den wir natürlich jetzt seit langer Zeit beobachten und es ist einer der besten deutschen Spieler. Es ist ja bekannt, dass wir bei Bayern München eine Basis haben aus deutschen Nationalspielern. Da passt er wunderbar rein und wir sind sehr glücklich, dass der Transfer geklappt hat und dass er ab dem 1. Juli bei Bayern München spielt.“
  • … über seine Rolle als Bankettredner:
    „Es ist nun einmal so, dass man sich Positionen erkämpfen muss. Die Leistung entscheidet.“
  • … über seinen Freund Uli Hoeneß:
    „Bei der WM in Spanien, bin ich mit ihm auf einem Zimmer gelegen, da sind wir fünf Wochen Tag und Nacht zusammengewesen, haben sogar zusammen geschlafen.“
     

LOTHAR MATTHÄUS …

  • … über die Trennung von seiner 17-jährigen Freundin:
    „Ein Wort gab das andere - wir hatten uns nichts zu sagen.“
  • … über das Spiel:
    „Das Chancenplus war ausgeglichen.“
     

OLIVER KAHN …

  • … über Inhalte seines Einkaufszettels:
    „Eier, wir brauchen Eier!“
     

RAFINHA …

  • … über seine Freundschaft mit den Dortmunder Fans und Jakub Blaszczykowski:
    „Ich liebe die Fans und ihn und möchte mich noch einmal bei ihnen bedanken.“
     

KEVIN GROSSKREUTZ …

  • … über sein Privatduell mit Manuel Neuer und dem Rest der Baggage:
    „Wo ist der Blaue?! Ich habe vor keinem Angst!“
     

ROMAN WEIDENFELLER …

  • … über Vergleiche mit Arjen Robben:
    „Vielleicht muss ich mir ja die Haare schneiden und etwas zierlicher werden. Ich hatte früher schon mal einen Spruch auf den Lippen, der sehr böse ist. Aber den verkneife ich mir lieber.“
     

MARIO GÖTZE …

  • … über seine Strafversetzung auf die Tribüne:
    „Ich freue mich riesig, dass ich dabei bin. Mein Trainer Jürgen Klopp hat mir gesagt: „Genieß es, das ist doch geil!“ Das mache ich.“
  • … über Verhandlungsgeschick und Ausstiegsklauseln:
    „Ich spüre schon, dass sich die Gegner inzwischen besser auf mich einstellen.“
     

MATS HUMMELS …

  • … über den Platzsturm:
    „Mir geht es schon wieder ganz gut. Die Diagnose geht in etwa Richtung Schädelprellung und ein Problem mit den Halswirbeln, das wir aber schon wieder in den Griff bekommen haben. Jetzt brummt nur noch der Kopf, zwanzig Mal so schlimm wie nach der Feier in Berlin. Aber es sieht gut aus, das bis zu Saisonbeginn wieder hinzukriegen!“
     

MARCEL REIF …

  • … über das Spiel:
    „Wenn Sie dieses Spiel atemberaubend finden, haben Sie es an den Bronchien.“
     

BARTHEL (1. BERATER VON ROBERT LEWANDOWSKI) …

  • … über Lewandowskis Wechselambitionen:
    „Robert fühlt sich pudelwohl in Dortmund. Warum sollte er wechseln wollen?“
     

KUCHARSKI (2. BERATER VON ROBERT LEWANDOWSKI) …

  • … über Lewandowskis Wechselambitionen:
    „Wer Roberts Karriere verfolgt hat, wird wissen, dass er in keinem Verein länger als zwei Jahre gespielt hat. In Dortmund spielt er bereits in seiner dritten Saison. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, wird wissen, was das bedeutet.“
     

DANIELA LAHM (MUTTER VON PHILIPP LAHM) …

  • … über die Gewohnheiten ihres „kleinen Philipp“:
    „Normalerweise muss der Philipp nach dem Sandmännchen ins Bett. Heute haben wir eine Ausnahme für ihn gemacht. Eine Verlängerung wäre aber nicht mehr drin gewesen.“
     

EIN DORTMUND-FAN …

  • … über den Platzsturm in Minute 4:
    „Ich möchte nicht, dass mein Verein wegen eines Missverständnisses bestraft wird. Wir waren doch nur feiernde und glückliche Menschen auf dem Platz, die dachten, das Spiel sei soeben abgepfiffen worden.“
     

EIN BAYERN-FAN …

  • … über seine Sicht der Dinge:
    „Champions League Finale? Das war heute?“
     

Anmerkung: Viele der hier angegebenen Zitate wurden von den entsprechenden Personen tatsächlich so wiedergegeben – allerdings stets zu vollkommen anderen Sachverhalten als hier angegeben. Drei bis vier Zitate entstammen zudem der Schöpfung der Redaktion.

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