Erste Herren (Kreisliga C):Niederlage gegen Gummersbach im Spiel ohne Regeln

Die Erste des BSV Bielstein verliert das Spitzenspiel gegen die DJK Gummersbach nach einem Spiel ohne Regeln mit 1:4 und verabschiedet sich damit aus dem Aufstiegsrennen.

Normalerweise erscheint an dieser Stelle der Spielbericht der Ersten. Diese Woche nicht. Denn: am vergangenen Sonntag ist einiges schief gelaufen. Doch fangen wir lieber von vorne an.

Wenn die DJK Gummersbach und der BSV Bielstein in den vergangenen Monaten aufeinandertrafen, war Stress oft vorprogrammiert. Das war schon im Hinspiel zu spüren, in dem es in vielen Zweikämpfen zwischen Neu-Gummersbachern auf der einen und Immer-noch-Bielsteinern auf der anderen Seite richtig giftig zuging. Insofern verwunderte es schon, dass der Kreis Berg keinen erfahrenen Schiedsrichter zu der Partie schickte. Stattdessen kam ein Spielleiter vom unmittelbaren Tabellennachbarn Bielsteins, dem TuS Reichshof. Der war dem Alter nach zu urteilen zwar sehr erfahren, kam mit dem Hin und Her in den Anfangsminuten aber scheinbar überhaupt nicht zurecht. Während Bielstein in dieser Phase zunächst vor allem auf Konter lauerte, agierte Gummersbach mit langen Bällen in die Spitzen. Diese waren zwar schnell, standen in den Anfangsminuten aber tatsächlich auch in nahezu jeder Situation (!) im Abseits. Nicht aber nach Meinung des Schiedsrichters, der u.a. als einziger auf dem Platz in der 11. Spielminute keine Abseitsposition gesehen hatte (selbst die Zuschauer der Gastgeber fauxten später noch darüber). Der Strombacher Stürmer ließ sich diese Chance nicht nehmen, umkurvte Florian Last im Tor und erzielte die viel umjubelte 1:0 Führung. Der BSV Bielstein reagierte keinesfalls geschockt, ließ sich von einem nicht geahndeten Horrorfoul Strombachs ausführlichen Bericht wird an Mittelfeldmotor Karim (nach der Situation mit Innenbandriss verletzt runter und für Kevin Müller ausgewechselt) nicht aus der Ruhe bringen und erarbeitete sich seinerseits sogar einige richtig gute Torchancen. Eine abgefälschte Flanke von Jascha Bagherzadeh wurde leider noch von der Linie gekratzt. Bis zur Halbzeit blieb es beim 0:1 Rückstand aus Bielsteiner Sicht.

Die Pause nutzten die Trainer, um die Mannschaft für die kommenden 45 Minuten einzustellen und zu motivieren. Dementsprechend heiß gingen die Spieler in die zweite Hälfte. Dabei musste man aber zunächst den dritten Rückschlag am heutigen Tage verkraften: Gummersbach traf nur wenige Minuten nach Anpfiff zur 2:0 Führung. Hätte es noch eines Weckrufes bedurft, hier war er: defensiv nun deutlich stabiler stehend, spielte die Mannschaft offensiv weiter gute Bälle in die Gassen. Durch Kevin Müller kam die Mannschaft in der 60. Minute schließlich zum hochverdienten 1:2 Anschlusstreffer. Es folgte eine Szene, die im Saisonrückblick wohl zu den dreckigsten Momenten des Jahres gehören wird. Beim Ball-aus-dem-Tor-holen ließ sich Kevin Müller von seinem Gegenspieler zu leicht provozieren und schubste diesen, sodass dieser auf den Boden fiel. Sofort entstand eine Riesentraube aus vier Bielsteiner Spielern und zehn Gummersbacher Akteuren sowie Funktionären, die plötzlich auf das Spielfeld gerannt kamen. Abseits vom Blickfeld des Schiedsrichters durften zwei Gummersbacher Akteure (darunter der Kapitän) darin gefahrenlos auf Bielsteiner Spieler eintreten und diese schlagen. Die Bielsteiner Akteure hielten sich trotz der Angriffe spürbar zurück – womöglich aus Angst vor drakonischen Strafen in den bis zu diesem Zeitpunkt noch möglichen entscheidenden Spielen der nächsten Wochen. Am Ende der Riesentraube stellte der Schiedsrichter zwei Spieler vom Platz – je einen von Bielstein (Kevin Müller) und von Gummersbach. Der Kapitän und ein weiterer Gummersbacher Akteur (nach Tritt in den Unterleib) durften bleiben und leiteten die Entscheidung zum 3:1 in einer Co-Produktion ein, nachdem die Bielsteiner in Person von Pascal Nohl und David Kaune gleich zwei hundertprozentige Möglichkeiten zum Ausgleich vergeben hatten. Dem Schicksal hingebend kassierte die Erste noch ein weiteres Tor, bis man schließlich hinten dicht machte und das längst entschiedene Spiel über die Zeit brachte. Nach 90 intensiven Minuten pfiff der Schiedsrichter die Partie ohne Regeln dann endlich ab.

Die Erste verliert ein über weite Strecken chaotisches Spiel, das der Unparteiische nie wirklich in den Griff bekam, und verabschiedet sich dadurch aus dem Aufstiegsrennen. Dass sich der Gummersbacher Trainer Andreas Bujock am Dienstag noch über die „harte Gangart des Gegners“ beschweren darf, setzt dem Sonntag die Krone auf und grenzt zudem an eine boshafte Frechheit, wenn man bedenkt, dass die unfairste Mannschaft der Liga (Gummersbach, Fairnesstabelle: Platz 15) gleich zwei Spieler des BSV Bielstein in den Krankenstand bzw. einen Spieler sogar ins Krankenhaus gehievt hat und noch dazu drei rote Karten erhalten hätte müssen. Zugleich formt sich ein neues Bielsteiner Bild über die DJK Gummersbach.

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