Erste Herren (Kreisliga C):Platzverweis trübt Stimmung nach Sieg über Hoffnungsthal

In einem keinesfalls hochklassigen, dafür aber zu jeder Zeit sehr intensiven Nachholspiel gewinnt unsere Erste auch in dieser Höhe verdient mit 5:1 gegen den TV Hoffnungsthal. Kevin Müller (3), Felix Bröcher, und Patrick Weßel treffen für den BSV Bielstein, der nach einer Rudelbildung wenige Sekunden vor Schluss Thomas Ren durch einen Platzverweis verliert.

Unsere Erste begann stark und erarbeitete sich vom Anpfiff weg einige gute Möglichkeiten. Nachdem man zunächst noch die eine oder andere Chance liegen ließ, war es schließlich Kevin Müller, der nach einem langen Ball von Markus Hense zur Stelle war und mit einem schönen Schuss aus spitzem Winkel zur 1:0 Führung traf. Die Führung gab den Bielsteinern Sicherheit und mündete schnell im zweiten Treffer – wiederum war es Kevin Müller, der sich gegen seine Gegenspieler gut durchsetzen und mit seinem zweiten Tor am heutigen Tage das 2:0 erzielen konnte. Die Führung war bis dato hochverdient – und hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn man seine Chancen konsequenter genutzt hätte. Vom besten Angriff der Liga – dem der Hoffnungsthaler nämlich – war dagegen noch nicht viel zu sehen. Die Bielsteiner Defensive stand in den meisten Fällen sehr sicher und konnte die Angriffe der Gastgeber oftmals bereits an der Mittellinie unterbinden. Nur einmal ließ man die Hoffnungsthaler in den eigenen Strafraum kommen – und wäre dafür fast umgehend bestraft worden. Dabei spekulierte Christian Haak, der beste Torschütze der Liga in Diensten des TV Hoffnungsthal, zunächst erfolgreich auf eine fehlerhafte Absprache in der Bielsteiner Hintermannschaft, um sich im Anschluss den Ball zu erobern. Florian Last im Bielsteiner Tor hatte das noch nicht bemerkt, kam beim Klärungsversuch deutlich zu spät und erwischte statt dem Ball das Bein seines Gegenspielers. Die logische Schlussfolgerung: Elfmeter und Gelb für den Bielsteiner Torhüter. Wäre der Ball reingegangen, wäre es wohl noch einmal spannend geworden. Stattdessen aber machte Florian Last seinen Fehler wieder gut und konfrontierte seinen Gegenspieler mit seiner körperlichen Präsenz. Der Gegenspieler schien davon so beeindruckt, dass er den Ball deutlich verzog und in bester Insel-Manier links über die Querlatte schoss. Es war und blieb die einzige Szene, bei der die Bielsteiner Defensive im ersten Durchgang nicht gut aussah. Offensiv lief es weiterhin gut: nach einem schönen Pass von David Kaune war es Felix Bröcher, der den Torhüter mit einem satten Schuss in den Giebel überwinden und mit seinem ersten Tor am heutigen Tag das 3:0 erzielen konnte. Dieses Ergebnis war gleichbedeutend mit dem Halbzeitstand.

In der Halbzeit ermunterte das Trainerteam die Mannschaft, weiterhin Gas zu geben – mit Erfolg. So bekamen die Gäste nur wenige Sekunden nach dem Wiederbeginn einen Eckstoß zugesprochen. Nachdem der mit nach vorne geeilte André Kühn die Hereingabe von Manuel Holtz zunächst nur an die Latte lenken konnte, war Patrick Weßel im Nachschuss zur Stelle und erzielte im Fallen die beruhigende 4:0 Führung für die Bielsteiner Gäste. Die Mannschaft war auch danach weiterhin am Drücker, verpasste es aber leider, die Angriffe konsequenter auszuspielen. Die Quittung dafür folgte prompt: Statt ein fünftes, neuntes oder zwölftes Tor zu erzielen, musste man ein vollkommen überflüssiges erstes Gegentor schlucken. Dabei war die Situation eigentlich schon bereinigt, ehe ein Gegenspieler den Ball noch von einem Bielsteiner Fuß wegspitzeln und vor das Tor bringen konnte – der Rest war dann nur noch Formsache. Erst danach berappelte sich unsere Mannschaft nochmals und kam nach schönem Pass der Nummern 15 und 12 zum fünften Tor des Tages – erneut war Kevin Müller der Nutznießer. Das Spiel schien bereits abgepfiffen, ehe es wenige Sekunden vor Schluss noch zu einer kleineren Rudelbildung kam. Angefeuert vom sehr unsportlichen Hoffnungsthaler Publikum trugen dabei mehrere Parteien in einem kleineren Handgemenge ihre Konflikte aus. Das Ergebnis: eine rote Karte für den Bielsteiner Thomas Ren. In Anbetracht der Darbietungen auf dem Platz hätten es ein paar Karten mehr sein können. Die Rudelbildung war der unrühmliche Schlusspunkt einer zu jeder Zeit sehr intensiven Partie.

Unter dem Strich steht für unsere Erste ein hochverdienter Sieg zu Buche, der sogar um fünf bis sechs Tore zu niedrig ausfällt. Ein kleiner Wermutstropfen ist dabei sicherlich der Platzverweis für Thomas Ren, der sich von den über die ganze Spieldauer anhaltenden Beleidigungen (u.a. „die weißen Wichser aus dem Oberberg“) des Hoffnungsthaler Publikums provozieren und zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. Das ist definitiv nicht zu entschuldigen – doch zeigt die Reaktion des Hoffnungsthaler Betreuers, der sich nach Spielschluss dazu genötigt nah, sich für das Verhalten des eigenen Publikums zu entschuldigen, dass auf dieser Seite sehr viel schief gelaufen zu sein schient. Das alles ist umso erstaunlicher zu bewerten, als dass sich die Bielsteiner über den gesamten Abend als sehr freundliche Gäste präsentierten. Dazu hatte man sich im Vorfeld kooperativ gezeigt und dem sehr kurzfristigen Wunsch nach einer Spielverlegung ohne weitere Überlegung zugestimmt, nachdem ein Betreuer der Gastgeber in der vergangenen Woche verstorben war. In Gedenken an den Verstorbenen liefen beide Mannschaften am heutigen Donnerstag mit Trauerflor auf. Der Familie, sowie den Freunden und Bekannten wünschen wir alle Kraft der Welt, dieses Ereignis zu verarbeiten. Bei dem einen oder anderen Zuschauer, der am heutigen Tage in Hoffnungsthal anwesend war, scheint dieser Prozess schon längst wieder abgeschlossen zu sein.

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